Water Art Sanitation Hygiene - Im Kontext von Entwicklungszusammenarbeit

Kunst, Musik und Fußball bieten einen ganz persönlichen Zugang. Jeder Mensch verbindet damit eigene Emotionen und Assoziationen und auch Sprachbarrieren stellen weniger Hindernisse dar. Durch die dadurch entstehenden persönlichen Bezüge kann gleichgestellt agiert und kommuniziert werden. Außerdem erhält Kunst einen besonderen Stellenwert in ihrer Symbolik. In Ländern mit einer hohen Analphabetenquote helfen visuelle Sprachen mehr als Buchstaben. Im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit können durch die Kommunikation über diese universellen Sprachen Herrschafts- und Unterdrückungsmechanismen ausgeschaltet werden. Dies ist besonders wichtig, wenn eine deutsche Reisegruppe in die Länder reist, die sie finanziell unterstützen. Schnell werden neokoloniale Strukturen reproduziert und der Europäer tritt als aufopfernder Helfer auf. Bei den Projektreisen von Viva con Agua hingegen wird aus dem "wash"-Sektor (water, sanitation and hygiene) die w.a.s.h.-Methode (water, art, sanitation and hygiene). Durch gemeinsames Musizieren und gemeinsame Kunstprojekte vor Ort, kann die Unterdrückungsstruktur von Globalem Norden zu Globalem Süden aufgebrochen werden und ein gleichberechtigter Dialog stattfinden.

Die Nutzung dieser Sprachen findet ihre analoge Anwendung in der Millerntor Gallery. Somit entsteht eine heterogene Ziel- und Besuchergruppe. Fernab von Stereotypen und Vorurteilen bringt diese Veranstaltung in Form eines umfassenden Kulturfestivals verschiedenste Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen, um gemeinsam Teil dieses Ereignisses zu sein und es gemeinsam zu erleben.