ONE FINE DAY e.V.

One Fine Day e.V. wurde 2008 von Marie Steinmann-Tykwer und Ihrem Mann Tom Tykwer als Folge einer Begegnung mit der Fotografin Bee Gilbert ins Leben gerufen.

Bee selbst und ihr Mann Andrew gründeten 2006 ANNO’S AFRICA in London – in Gedenken an ihren verstorbenen Sohn Anno. Beide waren überzeugt, dass jedem Kind ein kreatives Potenzial innewohnt, das seines Ausdrucks wert sei und so begann Bee Tanz-, Zirkus- und Kunstworkshops in den Slums von Nairobi zu organisieren.

Marie reiste damals mit anderen britischen Mentoren nach Nairobi und leitete während eines zweimonatigen Pilot-Workshops mit über 150 Kindern den Kunstunterricht. Im Anschluss an den Workshop beschlossen Marie und Tom die Gründung von One Fine Day, getragen von der Idee, den Kindern in den Slums ganzjährig das Ausüben ihrer künstlerischen Tätigkeiten zu ermöglichen. Zurzeit existieren insgesamt 24 One Fine Day Kreativ Clubs in sieben Disziplinen, die regelmäßig von rund 700 Kindern besucht werden.

Marie, Tom und das One Fine Day Team glauben fest daran, dass Kinder und Jugendliche durch die Begegnung mit den verschiedenen kreativen Disziplinen ihr Leben freier, phantasievoller und selbstbestimmter gestalten können. Dem meist harten Alltag der Kinder, der nicht selten von Gewalt, Armut, Krankheit und anderen traumatisierenden Lebensumständen geprägt ist, möchte One Fine Day die Zufluchtsräume der Kunst entgegensetzen. One Fine Day wünscht sich, dass die Kinder und ihre Eltern stolz sind auf die Dinge, die sie erlernen. Es sollen Talente gefördert werden, die sonst oft unentdeckt bleiben.

MOMENTUM

MOMENTUM ist eine gemeinnützige globale Plattform für zeitbasierte Kunst mit Sitz in Berlin im Kunstquartier Bethanien. Durch unser Ausstellungsprogramm, Bildungsprogramm, öffentliche Video-Kunst-Initiativen, Residencies und unsere Sammlung bieten wir eine Plattform für außergewöhnliche Künstler, die im Bereich der zeitbasierten Kunst tätig sind.

MOMENTUM will die stetig wachsende Vielfalt und Relevanz von zeitbasierten Projekten neu bewerten, immer auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage „Was ist zeitbasierte Kunst?“

Mit aktivierenden Ausstellungen, Diskussionen, Sammlungen und Austausch ist MOMENTUM eine Plattform, die sich der Idee der zeitbasierten Kunst im Kontext von historischer sowie technologischer Entwicklung annimmt.

Mit einer lokalen und globalen Plattform und einem internationalen Netzwerk, setzt sich MOMENTUM über staatliche und institutionelle Grenzen hinweg. Durch den Austausch von Ideen, der offenen Zusammenarbeit, Bildung, Innovation, Inspiration und einem nicht-exklusivem und nicht-elitärem Blick glaubt MOMENTUM: Kunst ist für alle da!

SAIH - Internationaler norwegischer Studierenden- und Akademiker-Hilfsfond

SAIH ist eine Solidaritätsgemeinschaft norwegischer Studierender und Akademiker. Sie konzentriert sich auf den Schwerpunkt Erziehung in der Entwicklungszusammenarbeit, aber auch auf die Nord-Süd-Verbindungen und die politische Lobbyarbeit in Norwegen. Bekannte Kampagnen sind der „Radi-Aid: Africa for Norway“-Charity-Song sowie die beiden folgenden Aktionen „Let‘s Save Africa Gone Wrong“ und „Who Wants To Be A Volunteer“.

„Wir haben uns mit dem Thema „Unsere Darstellung im Süden“ seit Jahren beschäftigt. Der Fokus lag dabei darauf, dass westliche Medien, Hilfsorganisationen und Hochschulen– unsere Hauptkommunikatoren für Informationen über Afrika – sehr oft ein Bild von Afrika zeichnen, dem es an Feinheiten mangelt und sich nur auf Kriegsgeschehen, Armut und Konflikte konzentriert. Diese vereinfachte Darstellung kann zum direkten Hindernis der Entwicklung eines Landes führen. Studierende und Akademiker sind wichtige Vertreter in der Entwicklung einer Gesellschaft und sie tragen ganz wesentlich dazu bei, die Welt und wie sie funktioniert zu verstehen. Als ein Ergebnis dieser Arbeit entstand die Idee zu“Radi-Aid: Africa for Norway“, eine Kampagne, die 2012 für große Aufmerksamkeit sorgte - mehr, als wir uns jemals hätten vorstellen können. Das zeigte, dass wir einen Nerv getroffen hatten. Die Menschen waren mehr als bereit über die westliche Darstellung Afrikas und der Entwicklungsländer zu diskutieren. Es gibt die Tendenz, arme Menschen in den Kampagnen der Hilfsorganisationen als passive Hilfe-Empfänger darzustellen, ohne den eigenen Wunsch oder die Fähigkeit, selbst für bessere Lebensbedingungen zusorgen. Diese Darstellung führt zu einer signifikanten Unterscheidung zwischen uns und ihnen. Wir müssen uns mehr darauf konzentrieren, den Leuten beizubringen für sich selbst zu sorgen, durch Tourismus, Landwirtschaft und nachhaltige Investitionen. Das erfordert politische Veränderungen, auch in reichen Ländern wie Norwegen. Vorurteile und Klischees führen zu armseligen Debatten und Vorgehensweisen. Um die Art und Weise, wie Hilfsorganisationen kommunizieren, zu verändern, haben wir einen Preis ins Leben gerufen für das schädigendste und das kreativste Video zu einer Kampagne: den Radiator-Award.“

KinderKulturKarawane e.V.

Die „KinderKulturKarawane“ präsentiert seit 15 Jahren jedes Jahr sechs Jugendkulturprojekte aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in Deutschland und europäischen Nachbarstaaten. Diese Gruppen stammen überwiegend aus sozial benachteiligten Verhältnissen und konnten über kulturelle Arbeit neue Perspektiven entwickeln. Die „KinderKulturKarawane“ steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission und von UNICEF-Deutschland und wurde fünf Mal in Folge als offizielles Projekt der UN-Dekade 2005–2014 „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. In der Millerntor Gallery #5 ist die Gruppe „Arena y Esteras“ aus Peru zu Besuch!

Mädchenfilm

„Mach die Augen auf“ Das Millerntor Gallery-Kino ist ein Filmfestival der etwas anderen Art. Es werden Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt, in denen sich Filmschaffende mit Missständen in der Gesellschaft auseinandersetzen. Es ist ein andersartiges Festival, weil es keinen „Sieger“ im klassischen Sinne gibt. Gewinner sind die Zuschauer und die Protagonisten der Filme. Zu sehen sind in diesem Jahr unter anderem „LOS HONGOS“ von Oscar Ruiz Navia, der 2014 beim Locarno International Film Festival mit dem „Special Jury Price – Filmmakers of the Present“ ausgezeichnet wurde. Außerdem H2Omx von Lorenzo Hagerman und José Cohen, der beim Hamburg Film Festival 2014 fürden „Political Film Award“ nominiert war. Mit VEVE aus Kenia von Simon Mukali, einer Produktion von Tom Tykwers und Marie Steinmann-Tykwers One Fine Day Films, startet dazu eine Reihe von Filmen aus Afrika. Veranstalter ist MÄDCHENFILM, eine Filmproduktion im Herzen Altonas, bestehend aus einem halben Dutzend Filmverrückter. In enger Zusammenarbeit mit der Filmliebhaberin, Susanne Davis, die als Co-Kuratorin dabei ist, geht das Millerntor Gallery-Kino in die zweite Runde.

ZENTRUM FÜR POLITISCHE SCHÖNHEIT

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit – und zum Schutz der Menschheit.Grundüberzeugung ist, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung von politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln sollte. Das ZPS betreibt seit Jahren eine parallele (schönere) deutsche Außenpolitik, die auf Menschlichkeit als Waffe setzt. Von Bosnien-Herzegowina über Aleppo bis in die Waldberge vor Melilla künden die Aktionen von der Kunst als fünfter Gewalt im Staate.Das ZPS gehört zu den innovativsten Inkubatoren politischer Aktionskunst und steht für eine erweiterte Form von Theater: Kunst muss weh tun, reizen, Widerstand leisten. In eine Begriffsallianz gebracht: aggressiver Humanismus. Inszenierungen und Werke am Gorki Theater, 7. Berlin Biennale, ZKM Karlsruhe, Steirischer Herbst, NGBK, HMKV u.v.a. 2010 präsentierte das Zentrum im Namen von 6.000 Überlebenden des Srebrenica-Genozids ein Mahnmal gegen die Vereinten Nationen: die Säulen der Schande. 2011 wurden die nihilistischen Überzeugungen der Deutsche Bank zu den Nahrungsmittelspekulationen offenbart (Deutscher Webvideopreis). 2012 erlangten die verschwiegenen Waffenhändler des Leopard-II-Panzers durch 25.000 Euro Belohnung unfreiwillig bundesweite Bekanntheit. 2014 wurde die „Kindertransporthilfe des Bundes“ vorgestellt, ein schlüsselfertiges Rettungsprogramm, das bis heute die Flüchtlingsabwehrpolitik der Bundesregierung bloßstellt und das es als erste Aktion überhaupt innerhalb von 48 Stunden ins Kanzleramt schaffte. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls 2014 wurde ein Denkmal mitten aus dem Regierungsviertel an die Außengrenze der EU abtransportiert – Geschichte, die nicht schweigen will. Es folgte ein Sturm auf die EU-Außengrenze: der Erste Europäische Mauerfall. ZENTRUM FÜR POLITISCHE SCHÖNHEIT Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit – und zum Schutz der Menschheit. (c) Ruben Neugebauer Grundüberzeugung ist, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung von politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln sollte. Das ZPS betreibt seit Jahren eine parallele (schönere) deutsche Außenpolitik, die auf Menschlichkeit als Waffe setzt. Von Bosnien-Herzegowina über Aleppo bis in die Waldberge vor Melilla künden die Aktionen von der Kunst als fünfter Gewalt im Staate. Das ZPS gehört zu den innovativsten Inkubatoren politischer Aktionskunst und steht für eine erweiterte Form von Theater: Kunst muss weh tun, reizen, Widerstand leisten. In eine Begriffsallianz gebracht: aggressiver Humanismus. Inszenierungen und Werke am Gorki Theater, 7. Berlin Biennale, ZKM Karlsruhe, Steirischer Herbst, NGBK, HMKV u.v.a. 2010 präsentierte das Zentrum im Namen von 6.000 Überlebenden des Srebrenica-Genozids ein Mahnmal gegen die Vereinten Nationen: die Säulen der Schande. 2011 wurden die nihilistischen Überzeugungen der Deutsche Bank zu den Nahrungsmittelspekulationen offenbart (Deutscher Webvideopreis). 2012 erlangten die verschwiegenen Waffenhändler des Leopard-II-Panzers durch 25.000 Euro Belohnung unfreiwillig bundesweite Bekanntheit. 2014 wurde die „Kindertransporthilfe des Bundes“ vorgestellt, ein schlüsselfertiges Rettungsprogramm, das bis heute die Flüchtlingsabwehrpolitik der Bundesregierung bloßstellt und das es als erste Aktion überhaupt innerhalb von 48 Stunden ins Kanzleramt schaffte. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls 2014 wurde ein Denkmal mitten aus dem Regierungsviertel an die Außengrenze der EU abtransportiert – Geschichte, die nicht schweigen will. Es folgte ein Sturm auf die EU-Außengrenze: der Erste Europäische Mauerfall.

Dialog im Stillen

Andreas Heinecke hat das Konzept von DIALOG IM STILLEN® bereits 1997 entworfen und seitdem beständig weiterentwickelt. Bis heute war es als mobile Ausstellung bereits u.a. in Städten wie Frankfurt/Main, Paris, Genf und Mexiko City zu sehen. Als Dauerausstellung können Besucher den DIALOG IM STILLEN® seit 2007 z.B. in Holon/Israel und seit dem Spätsommer 2014 in der Hamburger Speicherstadt erleben. Aufgebaut wird auf die Kompetenzen von gehörlosen Menschen, die naheliegender Weise in der nonverbalen Kommunikation liegen. Aufgrund ihrer Lebenssituation sind sie die Experten und erweitern den im normalen Leben hörenden Besuchern den Begriff von Kommunikation. Die Besucher erleben, wie eine Welt ohne Geräusche, Klänge und Stimmen auf sie wirkt! Über einen hochwirksamen Schallschutz und schallisolierte Ausstellungsräume wird eine Atmosphäre geschaffen, in der im normalen Leben hörende Menschen „ertauben“, während gehörlose Menschen sprachlich kompetent kommunizieren können. Im Rahmen einer 60-minütigen Tour erlernen Sie Handzeichen, experimentieren mit Ihrem Gesichtsausdruck und üben sich in Körper- und Gebärdensprache. Angeleitet durch einen gehörlosen „Sprachlehrer“ gewinnen Sie einen faszinierenden Einblick in die nonverbale  Kommunikation und finden neue Möglichkeiten der Verständigung.

Folorunsho

FOLORUNSHO ist ein in Freetown/Sierra Leone ansässiges Kreativ-Kollektiv, das 2011 von zwanzig Männern im Alter von 14-22 gegründet wurde. Die Gruppe lebte unter verheerenden Umständen in der sogenannten LION BASE Gosse im Zentrum von Freetown. Die LION BASE Crew personifiziert die Verwandlung von dem "Kampf ums Überleben" zum "Gestalter seines eigenen Lebens", in dem sie das 'Unmögliche' zum "Ich bin möglich" ändern. Ihre internationalen Kunstprojekte und kreativen Gemeinschaftsproduktionen wurden international in den Medien und an ausgewählten Orten vorgestellt. Der gesamte Erlös ihrer Verkäufe fließt direkt in das FOLORUNSHO Kreativ-Kollektiv und damit in die Sicherung ihrer schulischen Ausbildung und vernünftiger Lebensbedingungen. "It’s not about charity. It's all about SHARITY!" *FOLORUNSHO = unter dem Auge Gottes geboren (in Yoruba)

HafenCity Universität

Eine Viva con Agua-Infostation, an der Schnittstelle zwischen Aufenthaltsort und Kunstinstallation, galt es für die Student_innen der HafenCity Universität, Fachbereich Architektur, im Rahmen eines 2-Wochen Stegreifwettbewerbs zu entwickeln. Ab der MG#2 haben studentische Entwürfe das Ausstellungsdesign unterstützt; so wurden im Rahmen von begleitenden Seminaren, wie z.B. der „performativen Architektur“, das Wasserkästendesign von Sandra Theismann und Anna Stadler sowie das Versteigerungspult aus Papierstapeln von Cathleen Hille und Miriam Schmidt entwickelt. Zuletzt entstanden auf der MG#4 der interaktive Kanisterraum von Lisa Blümel und die Viva con Agua-Heldin „Shero“ von Kewan Ghods und Stephan Berthold, die in Zusammenarbeit mit der Hanseatischen Materialverwaltung und durch das Engagement des studentischen Realisierungsteams Wirklichkeit wurde. Der Gewinnerentwurf eines Infokiosk-Konzeptes für die MG#5 von Ulrich Hellmann und Emils Kepitis ist ein weiteres Kapitel dieser schönen Geschichte. Auf dem zweiten und dritten Platz landeten Lisa Blümel sowie Tatewik Afiyan und Rabea Chaanin.

P/ART

Die P/ART ist die Produzentenkunstmesse, die am letzten Septemberwochenende (24.-27.9.2015) zum dritten Mal in Hamburg ihre Türen öffnet. KünstlerInnen aller Genres können ihre Arbeiten unabhängig von Institutionen ausstellen und verkaufen. Dabei behalten die TeilnehmerInnen auf der einen Seite die Freiheit, sich selbstbestimmt zu präsentieren, bekommen aber auch die Möglichkeit, sich den Interessenten für eine Zusammenarbeit vorzustellen. Als Plattform für KünstlerInnen, Kunsthandel und Kunstdiskurs wird die P/ART mit Performances, Diskussionsrunden, Künstlergesprächen und Vorträgen um eine inhaltliche Komponente erweitert. In diesem Jahr wird die P/ART durch Kooperationen mit Künstler-Institutionen aus dem In- und Ausland verstärkt, um Ideen zu Alternativen im Kunstfeld und Kunstmarkt weiterzuentwickeln. Mit wechselnden Kooperationspartnern werden zusätzlich auf unterschiedlichste Weise und an wechselnden Orten Hamburgs zeitgenössische Positionen präsentiert.

Gängeviertel

Am Anfang der mittlerweile fast sechsjährigen Geschichte stand die Besetzung zwölf leerstehender denkmalgeschützter Häuser mit Kunst und Kultur. Die „Kupferdiebe“-Galerie und die Puppenstube existierten zu dieser Zeit bereits, andere Galerien entwickelten sich. Drei davon beherbergen inzwischen das Café „Nasch“, den Umsonstladen sowie Werkstätten. Gerade dieser Wandel entspricht dem Motto „Komm in die Gänge“, denn das Viertel steht für Offenheit, Vielseitigkeit und Experimente - für Möglichkeitsräume. Die Galerie Speckstraße und der Raum linksrechts blieben erhalten, sie werden ehrenamtlich betrieben und seit drei Jahren von der Kulturbehörde gefördert. Kunst findet darüber hinaus überall Raum: die Gänge, Höfe und Nischen verändern sich ständig und sind zu einem Anziehungspunkt nicht nur für Künstler geworden. Für viele Besucher des Gängeviertels hat diese „Freiluftgalerie“ ihren besonderen Reiz. Seit 2013 werden die Häuser schrittweise saniert. Das „Kupferdiebehaus“ ist fertiggestellt und bezogen worden, das „Jupihaus“ und die „Fabrique“ sollen noch in diesem Jahr an die Gängeviertel-Genossenschaft übergeben werden - eine große Herausforderung für das Projekt. Zudem wurde durch die bislang erfolglosen Verhandlungen zur Übernahme der Häuser in die Selbstverwaltung deutlich, dass unsere Vision für das Viertel von Politik und Behörden nicht verstanden wurde. Ein Planungsstopp soll jetzt die Zeit geben, neue Wege in die Zukunft zu finden. Diese Zeit ist knapp bemessen, denn das Herzstück des Viertels, die „Fabrique“ wird bald fertiggestellt sein. Die derzeitigen Konditionen und Mietpreise lassen jedoch die Umsetzung unseres Konzepts nicht mehr zu. Die „Fabrique“ soll aber auch in Zukunft als öffentlicher Ort für Kunst, Politik und Soziales kollektiv genutzt werden und allen zugänglich sein - selbstverständlich gerade für die Kunst. Noch ist unklar, wie lange die Galerie Speckstraße weiter existieren kann, aber sicher ist, dass es den Ausstellungsraum in der „Fabrique“ wieder geben wird, unkommerziell und experimentell. Schade, dass in Hamburg immer noch gekämpft werden muss, um Möglichkeitsräume zu retten.

CUCULA

CUCULA bietet Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen, denen sonst alle Türen verschlossen bleiben. Die CUCULA – Refugees Company for Crafts and Design ist ein Modellbetrieb, der Flüchtlinge dabei unterstützt, sich selber eine berufliche Zukunft aufzubauen. Als Manufaktur für Designmöbel nach den Entwürfen von Enzo Mari, möchte CUCULA Flüchtlingen die konkrete Perspektive eröffnen, sich ihren Aufenthalt und ihre Ausbildung selber zu finanzieren. CUCULA ist Verein, Werkstatt, Bildungsprogramm und Begegnungsort. Wir wollen direkt handeln und eine Willkommenskultur schaffen, die Flüchtlinge dazu befähigt, sich aus der Stigmatisierung als ‘Opfer‘ zu lösen, Selbstwirksamkeit zu erleben und zu entfalten, anstatt verwaltet und abgeschoben zu werden. Die Flüchtlingsdebatte ist hochkomplex – wir wollen direkt handeln, Ideen ausprobieren und nachhaltige, gesellschaftliche Lösungsansätze schaffen. Wir setzen dabei auf die eigenen Potenziale der Geflüchteten, die etwas lernen und in ihre Zukunft investieren möchten. Dazu haben wir einen sozial-nachhaltigen Betrieb gegründet. Das Wort cucula stammt aus der Hausa-Sprache in West-Zentralafrika und bedeutet „etwas gemeinsam machen“, aber auch „aufeinander aufpassen“.

Black Stars of Ghana

“The State of the Art – The Ghanaian Perspective”, ein Ausschnitt aus dem Projekt “The Black Stars of Ghana – Art District”

“The Black Stars of Ghana – Art District” ist ein von der in Berlin ansässigen tansanischen Kunstkuratorin und Verlegerin Safia Dickersbach initiiertes Forschungsprojekt, das die zeitgenössische Kunst Ghanas dokumentiert. Dabei geht es um solche zeitgenössische ghanaische Kunst, die im Land selbst entwickelt und hergestellt wird. Ziel ist der Aufbau eines Archivs der Kunstgeschichte Ghanas.Der Film „The State of the Art – The Ghanaian Perspective” bringt einige der Künstler in einem kurzen Film zusammen, die in “The Black Stars of Ghana – Art District” portraitiert und dokumentiert werden. Die ghanaischen Künstler Prof. Ablade Glover, Wiz Kudowor, Kofi Setordji, Marigold Akufo-Addo, Larry Otoo, Gabriel Eklou, Kobina Nyarko, Ndugu und Kwadwo Ani äußern sich zu ihren Erfahrungen als zeitgenössische Künstler in Ghana und diskutieren die derzeitige Kunstproduktion in Ghana ebenso wie aktuelle Entwicklungen der Kulturszene des Landes.Eines der Hauptmerkmale des Projektes ist es, den Fokus auf die Sichtweise der ghanaischen Künstler zu legen. Anstatt europäische oder amerikanische Kunsthistoriker, Kunstexperten oder Kunstkritiker die zeitgenössische Kunst Ghanas erklären und definieren zu lassen, übernehmen die Künstler selbst die Rolle des Erzählers und präsentieren die zeitgenössische bildende Kunst Ghanas aus ihrer persönlichen und regionalen Perspektive.

Goldeimer

2,5 Milliarden Menschen auf der Welt haben haben keine Toilette. Täglich müssen sie die wohl intimste Aktivität in aller Öffentlichkeit verrichten, beobachtet von Passanten, schutzlos ausgeliefert vor Blicken und Übergriffen. Open Defecation bedeutet nicht vorhandene Privatsphäre. Keime verteilen sich anschließend unkontrolliert über das Grundwasser und Krankheitsüberträger wie bspw. Fliegen. Durchfallerkrankungen sind die Folge, die nicht allzu selten mit dem Tod enden.
In Deutschland ist die weltweite Sanitärkrise weitestgehend unbekannt. Goldeimer arbeitet mit Bildern, Musik und Spaß daran, jung und alt für das Thema Kacken zu sensibilisieren. Solange, bis jeder drüber spricht. Bücher übers Kochen gibt es genug, Bücher übers Kacken noch nicht. Gesundheitlich und ökologisch betrachtet ist das Thema zu wichtig, um es unter den Teppich zu kehren. Deswegen laden wir auf der Millerntor Gallery in unsere Open Defecation Station ein, um einen Moment innezuhalten und über unser Verhältnis zu Scheiße nachzudenken.

Als Social Business bieten wir in Deutschland eine nachhaltige Sanitärversorgung auf Festivals an. 60% der Gewinne fließen langfristig in die WASH-Projekte von Viva con Agua und der Welthungerhilfe, um allen Menschen weltweit einen Zugang zu sanitären Anlagen zu ermöglichen.

We Refugees

We Refugees versammelt fotografische Fragmente individueller Fluchtgeschichten, deren Wege sich in Berlin kreuzen. Der Titel der Ausstellung ist an den gleichnamigen Essay von Hannah Arendt aus dem Jahr 1943 angelehnt. Flüchtlinge werden darin als die „Avantgarde ihrer Völker” bezeichnet. Fotografien, die von Flüchtlingen mitgebracht oder auf ihrer Flucht aufgenommen wurden, sind von den Künstlern Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles zu einem Narrativ arrangiert worden. Die konkrete Bedrohung der sogenannten erweiterten Kampfzone, die für einige Flüchtlinge auch in Deutschland besteht, schlägt sich visuell in der Ausstellung nieder. Um die Flüchtlinge und deren Familien vor weiterer Verfolgung zu schützen, wurden die noch lebenden abgebildeten Personen auf den Fotografien anonymisiert und visuelle Überlagerungen gebildet. Die Gesichter in die man blickt, da sie nicht anonymisiert wurden, gehören Toten. Die Ausstellung erzählt von Unaussprechlichkeiten des Erlebten. Die Familienbilder und Fluchttagebuch-Handybilder zeugen von Verlust und Tod, ebenso wie von Glück und Hoffnung. Es ist eine Annäherung an die Brechtschen Flüchtlingsgespräche und seinen Begriff der ‘Inzwischenzeit’. Übertragen handelt es sich um ‘Inzwischenfotografie’: Durch Fragmentarismus, Brüchigkeit, ironische Kommentierung werden Impulse zum widerständigen Denken gegeben.  "We Refugees“ ist von Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles mit Ajmal, Ali, Amer, Daniel, Hassan, Husam, Mohamed, Muhammad, Noor, Omar, Rami und Rawia. Co-Kuratiert von Frank Alva Buecheler. Mit freundlicher Unterstützung von Petra Rietz Salon Galerie und d’mage.

POW!BAO

POW!BAO's leckere Baos & Ramen finden ihren Ursprung in der taiwanesischen Urban Cuisine und der klassischen japanischen Küche. Denn wir lieben es die schönen Dinge im Leben zu verbinden. So trifft bei uns Foodism auf Fancy Food Porn & Garküchen-Flow auf Geschmacksexplosionen. POW!BAO ergänzt das Art-Food-Projekt der Lachsbrötchen-Bloggerin Anna Wegelin kulinarisch und bietet hungrigen Millerntor-Gallery-Besuchern einen Snack mit unfassbarer Geschmackstiefe und jeder Menge POW!

Herbary

'Herbary' wurde im Sommer 2014 von Florian und Louise Kunth und Sophie Täuber gegründet: „Wir machen Herbal Street Food und seit Mai 2015 betreiben wir das Café Hy in der Detlev-Bremer-Straße 21. Wir sind keine Köche, aber wir haben Spaß an dem, was wir tun. Und wir glauben, dass es aus diesem Grund auch unseren Gästen (meistens) Spaß macht. Unser Hauptthema sind frische Kräuter und die bewusste Auseinandersetzung mit den Zutaten, die wir verwenden. Wir verarbeiten nur Bio-Fisch und Bio-Fleisch und auch alle unsere Zutaten aus Milcherzeugnissen stammen ausschließlich aus ökologisch nachhaltiger Produktion. Unser Essen soll Spaß machen. Deswegen geht es uns vor allem darum, Dinge auszuprobieren, unseren Gästen Neues zu zeigen, Bewusstsein zu schaffen und uns mit der Herkunft unserer Lebensmittel auseinanderzusetzen – ohne dabei dogmatisch zu sein.“