Körperfunkkollektiv

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Das Körperfunkkollektiv ist ein Zusammenschluss aus freien Künstler*innen, die sich alle in ihrer Bachelor-Studienheimat Lüneburg kennengelernt haben. Der Ursprung war das Lunatic Festival 2014, auf denen die Gründungsväter/-mütter im Kunst-Team über die Performance Arts des Radioballetts gestolpert sind. Seitdem sind immer mehr kreative Köpfe zum Kollektiv dazu gestoßen. Radioballett, das hat erst mal wenig mit Radio oder Ballett zu tun, sondern ist in seinem Ursprung eine Art performative Intervention in öffentlichen Räumen, vom Hamburger Künstlerkollektiv Ligna erfunden. Ligna erforscht dabei die Grenze zwischen gesellschaftlich geduldetem oder aber nicht geduldetem Verhalten, indem sie sogenannte Smartmobs organisieren: Jeder Mensch mit einem Kopfhörer und einem Radio kann mitmachen, indem er die Bewegungs- und Ortsanweisungen, die er über die Kopfhörer gesagt bekommt, befolgt. So entsteht eine kollektive, aber dennoch zerstreute Masse, die sich den öffentlichen Raum durch körperliche Intervention aneignet. Bei ihrem Radioballett können die Teilnehmer*innen für eine kurze Zeit in eine andere Welt eintauchen, sich selbst neu erfinden und über ihren eigenen Schatten springen. In zwei Gruppen aufgeteilt befolgen sie jeweils unterschiedliche Anweisungen und agieren so innerhalb ihrer eigenen und mit der anderen Gruppe, mit Passant*innen etc., ohne dabei zu wissen, welche Anweisungen die jeweils anderen gerade hören. So entsteht eine Geschichte, eine Performance, die für die Teilnehmer*innen unerwartet, einbindend, neu, herausfordernd, intim sein kann. Sie selbst erwecken durch ihr Handeln Geschichten zum Leben. Bereits im letzten Jahr war das Körperfunkkollektiv auf der Millerntor Gallery mit einem Utopie-Dystopie Stück von der Partie. In diesem Jahr sollen zwei weitere politische Stücke folgen. Das Gender-Märchen Stück, wird die Geschlechterrollen auf den Kopf stellen. Anstatt in einer patriarchalen Welt, werden die Teilnehmer*innen in ein matriarchales Märchen entführt. In dieser befreit die starke Prinzessin, den piekfeinen langhaarigen Prinzen aus einem Turm. Dabei muss sie mehrere Abenteuer überstehen. Währenddessen er sich auf seine Zeit als hauswirtschaftlicher Ehemann vorbereitet. Das zweite Stück ist ein nachhaltiges Flussstück. Der Fluss als Ökosystem ist dabei die Hauptfigur. Das Stück begleitet den Fluss, bei seiner Entstehung in der Quelle bis zur Mündung im Meer. Die Teilnehmer*innen durchlaufen alle Strapazen, die die Bewohner*innen eines Flusses und der Fluss selber auf sich nehmen muss. Diese Stück wird ein Experiment, da die Teilnehmer*innen, keine Menschen oder humanoide Figuren spielen, sondern beispielsweise ein Atom sind oder gemeinsam einen Flussstrom darstellen werden.