Thekra Jaziri

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Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht.” - Jean Anoulih  Das Ausmalbild ist ein partizipatives Gestaltungsprojekt, welches überall umsetzbar ist. Durch die Einbindung und aktive Beteiligung der Bewohner*innen an der Gestaltung ihrer unmittelbaren Um- und Lebenswelt können einerseits identitätsstiftende Momente für den Stadtteil hervor gebracht werden, dieser selbst kann – derart positiv aufgeladen – im Gegenzug ebenso identitätsstiftend auf seine Bewohner*innen wirken. Das relativ simple Konzept des Ausmalens von Flächen schafft ein niedrigschwelliges Angebot von Partizipation. Vom Kleinkind bis hin zu Oma und Opa ist jede und jeder, unabhängig von Alter und kreativem Vorwissen, eingeladen mitzumachen, das Ausmalbild ist Kunst von und für alle und schafft ein Zugehörigkeits- und Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Farben und das Motiv des Ausmalbildes brechen das bekannte, oft farblose Stadtbild auf und verleihen dem öffentlichen Raum eine Portion Fröhlichkeit und positive Energie. Ich bin in einem Vorort von Würzburg aufgewachsen. Schon im Jugendalter entwickelte ich die Leidenschaft mich über Malerei auszudrücken; Erlebtes, Erlerntes und Gesehenes mittels Farben und Formen in ein neues Licht zu rücken, neu zu erzählen. Dabei spielte meine tunesische Herkunft, das Aufwachsen zwischen zwei Welten, verschiedenen Kulturen und die eigene Identitätsbildung immer eine sowohl tragende als auch inspirierende Rolle, die sich oft in meiner, von arabischen Stoffen und ornamentalen Mustern beeinflussten, Farbwahl und Formgebung wiederfinden. 2008 zog ich nach Offenbach, um an der Hochschule für Gestaltung freie Kunst zu studieren. Neben den verschiedenen anderen gestalterischen Projekten im Öffentlichen Raum, begann ich 2016 mit den Workshops unter dem Motto "Eine Wand – ein Ausmalbild" und schaffte es dadurch, meine ganz eigene Idee von Kunst zu verwirklichen. So entstand ein niedrigschwelliges Konzept, dass das eigene visuelle Erforschen im Rahmen partizipativer Prozesse und gemeinschaftlich ausgeführter Wandgestaltung ermöglicht. Die Intention dahinter blieb immer das Aufbrechen von Bekanntem, die positive Aufladung des (öffentlichen) Raums sowie eine bleibende Erinnerung an das gemeinschaftliche Zusammenarbeiten zu erschaffen.